Steirische Wirtshausgeschichten
Hoch oben in Fischbach und mitten im Leben
Wer durch Fischbach fährt, kommt einer Begegnung mit dem Fischbacherhof nicht aus. Direkt im Ort gelegen, gehört das Haus seit Generationen zum Leben der Gemeinde. Bereits über hundert Jahre wird hier gekocht, ausgeschenkt und gefeiert und genauso lange ist das Wirtshaus ein Treffpunkt für Einheimische, Vereine und Gäste in der Region.
Heute führt Klaus Zink den Fischbacherhof gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Monika, sowie seinen Eltern Rosi und Gunter. Mehrere Generationen arbeiten hier Hand in Hand und das seit mehr als einem Jahrhundert. Was dabei entstanden ist, ist kein gewöhnlicher Gastronomiebetrieb, sondern ein Ort, der fest mit dem Dorf verbunden ist.
Aufgewachsen im Wirtshaus
Für Klaus war das Wirtshaus von Anfang an Teil seines Alltags. Während andere Kinder nach der Schule nach Hause gingen, spielte sich sein Leben oft direkt im Gasthaus, zwischen Gästen, Küche und Stammtisch, ab. „Ich war fünf, da hab’ ich von den Stammgästen Schnapsen gelernt. Mit sieben hab’ ich mir mein erstes Eisgeld beim Gläserwaschen verdient. Und mit zehn hab’ ich schon am DJ-Pult aufgelegt.”
Diese frühe Nähe zum Wirtshaus hat Spuren hinterlassen. Heute ist er nicht nur Gastgeber, sondern auch jemand der im Ort präsent ist. Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, ist er meist schnell zur Stelle. Und wenn rund um den Fischbacherhof etwas organisiert werden muss, packt er selbstverständlich mit an. Sein Leitsatz dafür ist schlicht und typisch steirisch: „Gemma’s an!”
Regionale Küche mit Charakter
Die Küche des Fischbacherhofs orientiert sich an dem, was in der Region wächst und produziert wird. Viele Produkte stammen von bäuerlichen Betrieben und regionalen Produzenten aus den umliegenden Orten. Besonders bekannt ist eine Spezialität, die hier regelmäßig auf den Tisch kommt: die „z’ammglegte Knödelsuppe”. Wer wissen will, was genau dahintersteckt, bekommt von Mama Rosi meist eine Antwort die genauso charmant wie typisch für das Wirtshaus ist: „Müsst’s net kennen - müsst’s nur kemmen!”
" Das ist ein Geben und Nehmen. So funktioniert Dorfgemeinschaft."
Klaus Zink
Treffpunkt für Dorfleben und Geschichten
Der Fischbacherhof ist weit mehr als ein Ort zum Essen. Ein großer Teil des gesellschaftlichen Lebens in Fischbach spielt sich hier ab. Vereine treffen sich, Veranstaltungen werden organisiert und wenn im Ort gefeiert wird, führt der Weg oft früher oder später ins Wirtshaus. Für gesellige Abende sorgt auch der „Discostadl Schurl“, der aus einem ehemaligen Stall entstanden ist und nach Klaus’ Vater Gunter benannt wurde, den im Ort fast alle nur „Schurl“ nennen. Hier wird getanzt, gelacht und manchmal bis spät in die Nacht gefeiert.
Der Fischbacherhof ist eng mit dem Alltag des Ortes verbunden. Man kennt sich, hilft einander und schaut aufeinander. Wenn bei einer Veranstaltung etwas fehlt oder spontan Unterstützung gebraucht wird, findet sich meist rasch eine Lösung. „Das ist ein Geben und Nehmen“, sagt Klaus. „So funktioniert Dorfgemeinschaft.“
Vielleicht ist es genau dieses Miteinander, das den Fischbacherhof so besonders macht. So wird aus einem kurzen Einkehrschwung manchmal ein langer Abend mit guten Gesprächen, viel Gelächter und Geschichten, die man gern weitererzählt.