Steirische Wirtshausgeschichten
Von der Welt gelernt, im Hügelland verwurzelt
Manche Wirtshäuser erzählen nicht nur von der Region, sondern auch von den Wegen, die zu ihnen geführt haben. Der Hügellandhof auf der Schemerlhöhe ist so ein Ort. Hier verbinden sich steirische Wirtshauskultur, internationale Erfahrung und die Leidenschaft eines Wirts, der nach vielen Jahren in der Welt wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist.
Hoch über dem oststeirischen Hügelland, nur wenige Autominuten von Graz entfernt, liegt der Hügellandhof. Die Lage auf der Schemerlhöhe bietet nicht nur einen weiten Blick über die sanften Hügel der Region, sondern auch einen Ort, an dem seit Generationen Gastlichkeit gelebt wird.
Das Gebäude selbst wurde um 1860 als Bauernhof errichtet und entwickelte sich später zum Gasthaus „Zur Riesenbuche”, das über viele Jahre ein wichtiger Treffpunkt für Menschen aus der Umgebung war. 2009 begann ein neues Kapitel: Hans Windisch übernahm gemeinsam mit seinem Partner Hans Obenauf den damaligen Gasthof Trummer und führte das Haus als Hügellandhof weiter. Seither wurde der Betrieb Schritt für Schritt erneuert und entwickelt – immer mit dem Ziel, die gewachsene Tradition zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.
Von der Welt zurück in die Heimat
Aufgewachsen ist Hans Windisch selbst in einem Gasthaus in der Oststeiermark, das seine Eltern führten. Schon früh war er von einer Atmosphäre mit Gästen, Gesprächen und dem lebendigen Alltag einesWirtshauses umgeben, aus der mit der Zeit seine Leidenschaft für das Kochen und Gastgebersein entstand.
Bis er im Hügellandhof ankam führte ihn der Weg allerdings zunächst hinaus in die weite Welt: Schon mit 15 Jahren begann Hans Windisch seine Laufbahn in der Gastronomie und sammelte Erfahrungen am Arlberg, am Wörthersee, in der Schweiz, in Deutschland, in London und an vielen weiteren Orten.
Neben der Arbeit in verschiedenen Küchen begleitete er auch Restauranteröffnungen und lernte dabei, wie wichtig neben der Kulinarik auch Organisation, Teamarbeit und ein klares Konzept sind. „Ich habe gelernt, offen zu bleiben, Neues zuzulassen und trotzdem nie die eigenen Wurzeln aus den Augen zu verlieren”, erzählt Hans Windisch. All diese Erfahrungen prägen heute die Küche des Hügellandhofs. Sie verbindet steirische Klassiker wie Zwiebelrostbraten, Tafelspitz oder Gulasch mit internationalen Einflüssen – von hausgemachter Pasta bis zu Fisch- und Steakspezialitäten.
"Jeder Gast bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Erwartungen und oft auch seine eigene Verbindung zum Haus mit"
Hans Windisch
Ein Ort für Begegnung und besondere Momente
Der Hügellandhof ist heute weit mehr als ein klassisches Gasthaus. Das Haus ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen – vom Valentinstag über internationale Themenabende bis zu Winzer-Dinners, Wildwochen oder dem Martinigansl. Gleichzeitig ist es ein Ort für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern oder Familienfeste.
Auch die Zimmer tragen zur Lebendigkeit des Hauses bei. Viele Gäste schätzen es, nach einer Feier direkt „ins Bett fallen” zukönnen. Gleichzeitig nutzen Reisende die Lage zwischen Graz, der Südsteirischen Weinstraße und der Apfelregion als Ausgangspunkt, um die Region zu entdecken. „Jeder Gast bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Erwartungen und oft auch seine eigene Verbindung zum Haus mit”, weiß Hans Windisch. „Genau das macht den Alltag spannend und lebendig.“
Heute bedeutet sein Beruf für ihn vor allem eines: Menschen mit gutem Essen, Getränken und herzlichem Service schöne Stunden zu bereiten. Wenn Gäste den Hügellandhof zufrieden verlassen, ist das für ihn der größte Erfolg und genau dieses Gefühl von Begegnung, Genuss und Gemeinschaft macht für ihn auch die steirische Wirtshauskultur aus, die es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt.